Zur Geschichte und Entstehung der AKUPUNKT-MASSAGE nach Penzel

Willy Penzel, der Begründer dieser Therapie, war Masseur. Mitte der 50er Jahre begann er, bedingt durch eine Krankheit seiner Frau, sich intensiv mit der Lehre der Akupunktur zu beschäftigen. Es gab damals kaum deutschsprachige Literatur zu diesem Thema. "Punktrezepte" nach dem Motto: "Bei diesem Krankheitsbild nehme man folgende Akupunkturpunkte…" beruhten auf Erfahrungswerten und ließen die so viel wichtigeren Meridiane praktisch außer acht.
Im Nei Ching ("Innerer Klassiker der Medizin") heißt es: Der Meridian entscheidet über Leben und Tod. Meridiane werden von Wissenschaftlern heute als Übergang von reiner Energie und ihre erste mikroskopisch erkennbare Manifestation angesehen.
Der erste wissenschaftliche Nachweis der Meridiane konnte 1985 am Necker-Institut in Paris durch Prof. Dr. Jean-Claude Darras erbracht werden. Bei seinen Versuchen wurde das Radionuklid Technetium 99 als Tracersubstanz in Akupunkturpunkte, Venen und Lymphgefäße injiziert. So konnte man messtechnisch die Wege verfolgen und aufzeichnen, die das Radionuklid durch den Organismus nahm. Wurde die Substanz in einen Akupunkturpunkt gespritzt, konnten die Bahnen markiert werden, die aus der Akupunkturlehre als Energieleitbahnen bekannt waren. Es war genau der gleiche Verlauf der Meridiane, die die Chinesen schon seit ca. 4000 Jahren als existent betrachteten und auch nie bezweifelt hatten. Anhand der unterschiedlichen Fließgeschwindigkeiten konnte eine exakte Abgrenzung gegenüber dem venösen System erfolgen. So zirkuliert die Tracersubstanz mit einer Fließgeschwindigkeit von ca. 3-6 cm pro Minute im Verlauf der Meridiane, während die Fließgeschwindigkeit in der Vene ca. 6cm pro Sekunde beträgt.
Außerdem gelang es einem dreiköpfigen Forscherteam, um den Physiker Prof. Dr. Dr. Fritz A. Popp, im Jahr 2004, am Internationalen Institut für Biophysik in Neuss die Meridianstruktur auf der Körperoberfläche nachzuweisen. Mittels einer angezündeten Moxibustions-Zigarre aus Beifuß wurde jene Körperregion erwärmt, deren Meridianstruktur sichtbar gemacht werden soll. Auf den Aufnahmen einer höchst licht-und wärmesensiblen Infrarotkamera war dann die Ausbreitung der Biophotonen entlang der Meridiane sichtbar. (Nachzulesen unter www.med.biophotonik.de)
Willy Penzel also stellte schon damals das Meridiansystem in den Vordergrund und massierte entlang den Energieleitbahnen des Körpers, allerdings - und das war eine Neuheit - nach den Regeln der Energielehre. Daraus ergab sich nicht nur eine neue, an der traditionellen chinesischen Medizin orientierte Betrachtungsweise von Krankheiten, sondern auch eine neue Massagetechnik, eben die Akupunkt-Massage nach Penzel.
Allein in Deutschland wird dieses Therapieverfahren in über 140 Kliniken, Sanatorien und Krankenhäusern eingesetzt.





Wirkungsweise der AKUPUNKT-MASSAGE nach Penzel

Mit der Akupunkt-Massage nach Penzel wird der Energiekreislauf eines Lebewesens behandelt. Da das Energiekreislaufsystem allen Körper- und Organsystemen regulierend und kontrollierend übergeordnet ist, hat man sehr gute Möglichkeiten bei Störungen dieses Systems harmonisierend einzugreifen.
Zum besseren Verständnis wird der Energiekreislauf gern mit einem in sich geschlossenen Kanalnetz, einem Bewässerungssystem, verglichen.
Wenn ausreichend Wasser vorhanden ist und ungehindert entlang der Kanäle fließen kann, werden alle Pflanzen optimal mit Feuchtigkeit versorgt. Ist allerdings der Kanal an einer Stelle verstopft, wird sich das Wasser stauen. Vor dem Hindernis ist nun zu viel Wasser und die Beete überfluten. Hinter der Staustelle bleibt nur ein kleines Rinnsal und die Beete vertrocknen.
Eine Ursache- Stau - bewirkt zwei gänzlich unterschiedliche Situationen.
Man könnte nun die überfluteten Felder drainieren und die vertrockneten Beete gießen. Sinnvoller wäre allerdings die Ursache, die Störung im Kanalsystem, zu beheben, so dass sich der Wasserspiegel selbst regulieren kann.
Überträgt man das " Kanalmodell" auf den Organismus, lassen sich die Auswirkungen einer Störung auf das harmonisch-dynamische Fließgleichgewicht des gesamten Körpers einfach verstehen.
Deshalb ist aus energetischer Sicht jede Erkrankung eine Energieflussstörung.
Der APM-Therapeut testet nun, bevor er in den Energiekreislauf eines Lebewesens eingreift, erst die jeweilige Ausgangsituation. Im sogenannten Bioplasmafeld, direkt auf der Haut und in bis zu einigen Zentimetern Abstand, kann eine Energieabstrahlung mit der Hand wahrgenommen werden. Man kann lernen, mit den Händen die Qualität der Energie anderer Lebewesen zu erfassen. Besonders in unmittelbarer Nähe der Meridiane sind unterschiedliche Hauttemperaturen zu fühlen, die auf unterschiedliche Energiereserven schließen lassen.
Anhand der sich daraus ergebenen Ausgangssituation wird der Therapeut dann die entsprechende Behandlungsform wählen. Individuell abhängig ist, wie viele Behandlungen notwendig sind, um den Energiefluss wieder zu harmonisieren. Es gibt auch Ausgangsituationen, in denen sich die Energieflussstörungen schon als pathologische Krankheitsbilder im Körper manifestiert haben. Bei diesen trägt die Akupunkt-Massage dann dazu bei, die Krankheit langfristig abklingen zu lassen oder aber die guten Tage des Patienten gegenüber den schlechten Tagen zu erhöhen.


AKUPUNKT-MASSAGE nach Penzel am Pferd

Das die Lehren von Willy Penzel mit Erfolg auf das Pferd übertragen wurden, ist Dieter Mahlstedt zu verdanken. Dieter Mahlstedt erhielt seine reiterliche Grundausbildung in Verden und Warendorf, wo er die Prüfung als Bereiter (FN) ablegte. Den klassischen Schliff holte er sich beim Cadre Noir in Saumur und bei so bekannten Meistern wie Egon von Neindorff, Karlsruhe, und Nuno Oliveira, Lissabon. Damit nicht genug widmete er sich in seiner Freizeit dem Studium der traditionellen chinesischen Medizin, der Farbpunktur, Akupunktur und fernöstlicher Kampfsportarten. Er entdeckte erstaunliche Verbindungen und als geprüfter APM-Therapeut übertrug er seine Erfahrungen und Erkenntnisse auf die Pferde. Dieter Mahlstedt leitete in Belgien eine Reitschule mit angeschlossenem Centre de Thérapie énergétique. Leider ist er 2001 viel zu früh verstorben.


Wenn die Lebensenergie gleichmäßig und harmonisch entlang der Meridiane zirkulieren kann, dann ist das Pferd gesund, leistungsstark, arbeitswillig und frei von jeglichen Problemen.
Energieflussstörungen können durch Narben, Verletzungen, Bewegungsmangel, Vereinsamung, Gelenkblockaden, seelische und körperliche Überforderung etc. verursacht werden. So können z. B. Ungehorsam, Stallmut, Sattelzwang, Kopfschlagen, Verhaltensstörungen, veränderte Arbeitsleistung, unregelmäßiger Haarwechsel, Aggressionen aber auch Apathie Ausdruck des Pferdes für solche Störungen sein.
Leistet ein Pferd bei der Ausbildung plötzlich Widerstand, so ist man an eine momentane Leistungsgrenze gestoßen. Irgendwo im Bewegungsapparat sind durch Überdehnung oder Ermüdung Schmerzen, ist eine Energieflussstörung entstanden. Manchmal zeigt sich eine solche auch durch immer wiederkehrendes Umspringen im Galopp, Kreuzgalopp oder die eingeschränkte Möglichkeit des Pferdes sich auf einer Seite genauso zu biegen, wie auf der anderen Seite unabhängig von der natürlichen Schiefe.
Bewährt hat sich die Akupunkt-Massage am Pferd besonders bei folgenden Beschwerdebildern:

  • Funktionelle Störungen an Muskeln und Gelenken
  • Rückenprobleme
  • Organirritationen (einschließlich der Haut)
  • Allergien
  • Chronische Erkrankungen/Schmerzen
  • Lahmheiten nach Abklärung durch den Tierarzt
  • Verhaltensstörungen
  • Rittigkeitsprobleme

Eine aktive und effiziente Fortbewegung ist durch weit ausgreifende Bewegungen gekennzeichnet, die gut koordiniert sind und reibungslos ablaufen. Schmerz bringt oft eine eingeschränkte Bewegungsfreiheit mit sich und führt zu Fehlhaltungen und einer Veränderung in der Koordination der Gänge. Die Bewegungen verlieren ihre offensichtliche Leichtigkeit und werden ungleichmäßig und nur verhalten ausgeführt. Das Ziel einer aktivern und passiven Mobilisierung des Pferdes ist es, das Sportpferd darauf vorzubereiten, raumgreifende und energische Bewegungen auszuführen (sportliches Ziel) und gegen die Steifheit anzukämpfen, die sich in den Schmerzregionen einstellt. (therapeutisches Ziel).

Jede Unregelmäßigkeit in der Proportion der Körperabschnitte zueinander, jede Achsenabweichung in der Gliedmaßenstellung, bedeutet vermehrter Kraftaufwand bei Bewegungen und vermehrte Belastung einzelner Körperabschnitte.
Das Risiko für geringere Belastbarkeit und frühe Abnutzungserscheinungen ist erhöht.

Einschränkungen im Bewegungsausmaß und/oder Veränderungen der Bewegungsqualität sind fast immer mit Energieflussstörungen verbunden.







Durch vorsichtiges Bewegen der Gelenke bei angehobenem Bein (Entlastung) können sich Anhaftungen im Gewebe lösen. Gleichzeitig verbessert sich der Energiefluss in den Meridianen. Energiefluss und Beweglichkeit beeinflussen sich gegenseitig.

Ebenso kann die Bewegungsqualität der Wirbelsäule ertastet und Veränderungen gezielt über die APM beeinflusst werden.

Das Zwerchfell mit seinen muskulären und sehnigen Anteilen liegt kuppelförmig zwischen Brustbein und Lendenwirbelsäule. Durch seine Lage und Funktionen ist das Zwerchfell "Mittler" zwischen Bewegungsapparat, Atmung und inneren Organen.
Jede Fehlstellung der Wirbelsäule beeinflusst somit die Atmung und die Organfunktionen und umgekehrt.

Zusätzlich verursachen Wirbelfehlstellungen häufig Blockierungen der ersten Rippe. Die Folge sind Atemproblematiken und emotionale Störungen.

Somit ist es sinnvoll nach erfolgter Behandlung des Pferdes mit APM eine Gelenkmobilisierung anzuschließen und damit die Beweglichkeit in den einzelnen Körperabschnitten zielgerichtet zu verbessern.

Die Erfahrung zeigt immer wieder die Möglichkeit auch bei fast aussichtslos erscheinenden Krankheitsbildern lohnt es sich, einen Versuch zu unternehmen. Allerdings sind die Erfolge dann ganz unterschiedlich und nicht zu verallgemeinern, da dabei ein auf das jeweilige Pferd zugeschnittenes Management notwendig ist.






QUELLENNACHWEIS:

Jean-Marie Denoix und Jean-Pierre Pailloux - "Physiotherapie und Massage bei Pferden"

Ingrid Uta Krause - "Praxishandbuch APN nach Penzel am Pferd"

Doris Weese - "Skript: 'Tasten, Testen, Therapieren'"